Nur noch theoretische Medaillenchancen im Star
QINGDAO. Es war alles drin und spannend bis zum Schluss. Aber am Ende des Mittwochs (20. August) musste die deutsche Starbootmannschaft Marc Pickel und Ingo Borkowski ihre Medaillenhoffnung bei den Olympischen Spielen in China begraben. In den drei letzten Wettfahrten vor dem entscheidenden Finale belegten sie nur die Einzelränge zehn, sechs und wieder zehn. Dadurch liegen das Duo aus Kiel und Babelsberg in der Gesamtwertung nur auf Rang acht und hat auf den „Bronze“-Platz schon 15 Punkte Rückstand.
Das deutsche Starboot team Pickel/Borkowski am vorletzten Tag auf der Olympischen Regattastrecke in Qingdao, China
„Jetzt würde uns wohl nur das neunte Weltwunder helfen“, meinte Marc Pickel nach einem nervenaufreibenden Regattatag, „aber wir sind realistisch genug, darauf nicht zu hoffen.“ Die Enttäuschung sei vor allem deshalb groß, weil die Chance gleich mehrfach da war, den Anschluss an die Medaillenplätze nicht nur zu halten, sondern sogar zu verkürzen. Nur „Gold“ und „Silber“ schienen frühzeitig außer Reichweite und dürften im Finale zwischen den knapp führenden Schweden Frederik Lööf/Anders Ekström und den Briten „Iain Percy/Andrew Simpson vergeben werden.
Am schönsten Segeltag, den die Olympiastadt Qingdao seit zwei Wochen gesehen hat, standen auch die Zeichen für Pickel/Borkowski zunächst auf Sieg. Bei mäßiger Brise und klarer Sicht startete das Team brillant und führte an der ersten Luvtonne eine Sekunde vor den Portugiesen. „Nach der Rundung konnten wir aber nicht direkt halsen, weil die Österreicher uns blockierten“, erklärte Pickel, „dadurch sind wir nicht rechtzeitig auf die klar bevorteilte Seite gekommen.“ Allein in dieser Situation gingen auf Schlag zwölf Plätze verloren.
Nachdem die Vorwindstrecken bisher meist die Stärke der Mannschaft waren, gab es ausgerechnet am wichtigsten Tag der Spiele hier Schwierigkeiten. „Sie haben auch in der Folge taktisch unglücklich agiert“, bestätigte Coach Mark Reynolds. Ein Schachzug schlug fehl, weil die zweite Tonne des Leetors 150 Meter seitlich vertrieben war, als die Deutschen gerade darauf Kurs genommen hatten. Und Pickel ergänzte: „Jeder kleine Fehler wir in dem kleinen Weltklasse-Feld hart bestraft. Und heute sind wir gleich zweimal bestraft worden.“
Im Medaillenrennen bleibt am Donnerstag zumindest noch Raum für eine Korrektur des Endergebnisses. „Wir gehen da ganz locker rein, ohne groß zu theoretisieren“, so Marc Pickel, „und wir wollen die Wettfahrt gewinnen, keine Frage.“ Der Start ist nicht vor 13 Uhr Ortszeit (7 Uhr deutscher Zeit) geplant.
Weitere Informationen unter www.sailing.org/Olympics.
Ergebnisse von den olympischen Segelwettbewerben
Gesamtstand der Starboote vor dem finalen Medaillenrennen:
1. Fredrik Lööf/Anders Ekström (Schweden) 33 Punkte
2. Iain Percy/Andrew Simpson (Großbritannien) 35
3. Robert Scheidt/Bruno Prada (Brasilien) 47
4. Xavier Rohart/Pascal Rambeau (Frankreich) 51
5. Flavio Marazzi/Enrico de Maria (Schweiz) 55
6. Mateusz Kusznierewicz/Dominik Zycki (Polen) 57
7. Afonso Domingos/Bernado Santos (Portugal) 60
8. Marc Pickel/Ingo Borkowski (Kiel/Babelsberg) 62
9. Hamish Pepper/Carl Williams (Neuseeland) 66
10. Diego Negri/Luigi Viale (Italien) 76
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