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Als ein
Zufall der beste
Ratgeber war

Mit Stanzformen für Kartonagen, sogenannten Bandstahlschnitten, bauten Willi und Christiane Illbruck in den 50er Jahren ihr Unternehmen auf. Eine größere Investition wurde getätigt, ein Stanztiegel, der nun auch optimal ausgenutzt werden wollte. So weitete der gelernte Werkzeugmacher seine Aktivitäten von Karton auf die Verarbeitung anderer Materialien aus: etwa Polyurethan, ein Kunststoff, der in den unterschiedlichsten Anwendungen zum Einsatz kommt.

Michael Illbruck

Der Unternehmergeist wuchs und damit die Idee für das erste eigene Produkt: Schaumstoff Lockenwickler, Zylinder die aus Polyurethanschaum gestanzt wurden. Doch was passierte, als das Stanzwerkzeug in den Schaum fuhr? Die Wände der Zylinder wurden krumm- mal konkav, zum Teil auch konvex – aber immer gekrümmt. Mit dem klaren Ziel vor Augen, die Rollen exakt und symmetrisch zu stanzen, brütete Willi Illbruck nun Tag ein, Tag aus, über eine Lösung für seine Stanzproblematik: Er versetzte die Messer, er benutzte unterschiedliche Schäume, er verwendete andere Druckplatten, er veränderte die Stanz-Geschwindigkeit – ohne Erfolg: die Zylinderseiten blieben asymmetrisch und krumm …

Willi Illbruck blieb am Ball und tüftelte weiter. Ende der 50er Jahre war die Firma im Privathaus in Pattscheid, Bergisch Neukirchen, untergebracht. Es gab keine Produktionshalle, gefertigt wurde in einem Nebentrakt, direkt neben der Küche. Eines Tages kam er mit einer Kiste, gefüllt mit Schaumrollen aus der Werkstatt, enttäuscht und frustriert, weil aus den »buckligen Dingern« keine Lockenwickler werden wollten. Von Wut übermannt, warf er die Kiste plötzlich in hohem Bogen durch die Küche.

Und wie sie so durch die Luft flogen, nahmen ein paar Schaumrollen Kurs direkt auf einen heißen Dampfsieder- einen Kochtopf mit Siebaufsatz, der damals in beinahe jeder Küche auf dem Ofen zum garen benutzt wurde. Die Schaumzylinder landeten also nicht im kochenden Wasser, sondern auf dem Sieb über dem Topf. Und plötzlich veränderte der Schaumstoff seine Form; die Zylinder gingen auf; sie waren nun nicht mehr konkav sondern, wie sie sein sollten: symmetrisch und gerade. 

Ausdauer, Beharrlichkeit,
Durchhaltever­mögen …

Damit wurde endlich klar: Wasserdampf war des Rätsels Lösung! Willi Illbruck machte sich diese, dem Zufall geschuldete Erkenntnis sofort zu nutzen, holte weitere Dampftöpfe aus den Schränken und brachte nun jede einzelne Schaumrolle über dem kochenden Wasser zur Entfaltung – sein Ziel war erreicht; die Produktion der Schaumstoffwickler konnte nun prozesssicher gemacht werden. 

Ausdauer, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen- diese Attribute, führten Willi Illbruck damals zum Erfolg und zeichnen die Pinta Gruppe noch heute aus. Wer dranbleibt, kommt irgendwann, irgendwie zum Ziel. Das scheint der systematischen Herangehensweise einer Produktentwicklung zwar zu widersprechen. Doch wie die Herstellung der Lockenwickler zeigt, ist manchmal eine ungeplante Emotion oder einfach der Zufall entscheidend und der kommt nur, wenn man ihm eine Chance gibt.

Die pinta elements Gruppe besteht aus sechs Unternehmen. Gemeinsam sind wir in neun verschiedenen Märkten in Europa und Nordamerika aktiv.

pinta-racing